« Gaststätten und Cafès

Café Sperl 

 

Gumpendorfer Str. 11 
1060 Wien

Tel.: 0043 (0)1 586 41 58

http://www.cafesperl.at

Das Café Sperl ist eines meiner bedeutenden, traditionsreichsten und bewährten Lokale in Wien.
Denkmal geschützt in der Nähe des Naschmarktes.

Ihre Gastgeber:
Manfred und Monika Staub
Rainer Staub
sowie das Sperl Team

Öffnungszeiten:
Montag – Samstag von 7 – 23 Uhr,
Sonntag von 11 – 20 Uhr
Juli und August Sonntags geschlossen

Denkmalgeschütztes Wiener Café mit einer inte-ressanten Geschichte. Originaleinrichtung vom Jahre 1880. Karambol-Billardtische. Hausge-machte Wiener Mehlspeisen. Schöner sonniger Schanigarten.

Letzte bekannte Auszeichnungen:

1998: Café Creme“, Coffeehouse oft he Year from Austria. Award by Roy Ackerman; 2000, 2002, 2008, 2009: „Tafelspitz“, Kat. Café’s from Austria;
2001: „Servus in Wien.“ Grand Prix Award; 2003: Award by Michael Horowitz; 2004: Goldene Kaffeebohne von GaultMillau.

Geboten wird:

Wiener Küche, kleine Speisen, Köstlichkeiten der Tageskarten und hausgemachte Mehlspeisen. Zu einem musikalischen Ausflug lädt Sie das „Sperl-Café“ Sonntagnachmittags (September bis Juni) ein. Im Sommer
können Sie den Kaffee auch im Garten genießen.
Die Wiener Kaffeehauskultur ist untrennbar mit dem weltberühmten Café Sperl verbunden. Inter-nationale Namen wie Erzherzog Karl Ferdinand, Léhar, der Malerzirkel, die Haagengesellschaft, der Siebener Club, wurden zu Stammgästen des Café Sperl. Dies hat sich bis zum heutigen Tag nicht geändert. Das Wiener Publikum, wie auch die Touristen aus aller Herren Länder werden in den Bann des Cafés Sperl gezogen.

Ein Besuch im Café ist wie ein Eintauchen in die Geschichte Wien’s, eine Bühne für Künstler und Publikum.
Der „Sperlianer“ war auch Geburtshelfer der „Original Café Sperl-Torte“. Im Wohnzimmer für Kreative und Künstler seit 1880 wurde die köst-liche Sperl Torte in’s Leben gerufen. Das Rezept ist geheim.

Geschichte

1880 wurde das Kaffeehaus nach Entwürfen der Ringstraßenarchitekten Gross und Jelinek für Jakob Ronacher erbaut.
Im Dezember 1880 wird das Café Ronacher von der Familie Sperl übernommen und behält diesen Namen bis heute. Im Sperl „lebten“ Architekten, bildende Künstler, Musiker, Schauspieler, Sänger neben Heerführern und höheren Chargen. Zu den Stammgästen zählten Generalstabschef Conrad von Hötzendorf und die Erzherzöge Josef Ferdinand und Karl Ferdinand. Der Besucherkreis prägte das Café Sperl zum Künstler und Militärcafé. Ein Nebeneinander war möglich trotz der divergierenden politischen und soziologischen Unterschiede. Besonders erwähnenswert ist die „Haagengesellschaft“. Ab 1895 siedelte dieser Malerzirkel im Sperl und der Stammtisch hielt sich bis 1942. Doch das allgemeine Mißtrauen gegenüber der sich regelmäßig treffenden „Bürger“ – noch dazu Künstler – während der NSDAP-Zeit und der allgemeinen Einziehung von noch geh- und schießfähigen Männern an die ausblutenden Fronten fand dieser letzte Zeuge einer kontinuierlichen Vereinigung aus der Monarchie ein Ende. Diese Künstlervereinigung setzte sich mit dem eigens zu diesem Zweck gegründeten „Siebenerclub“ für die Schaffung der Sezession ein. Die Mitglieder Josef Hoffmann, Leo Kleinradl, Adolf Kapellus, Maximilian Kurzweil, Kollo Moser, Josef Olbrich und Friedrich Pilz lösten diesen Stammtisch nach dem Vollzug der Abspaltung von 1861 gegründeten „Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens Künstlerhaus“ unter Fertigstellung des von Olbrich erbauten Ausstellungsgebäudes der „Sezessionisten“ stillschweigend auf. Um 1890 begeisterte die Operette die Wiener und wie heute waren das Raimundtheater und das „Theater an der Wien“ Hauptbühnen für die Publikumslieblinge und durch seine Nähe „das Sperl“ Stammkaffee der Stars.
Lewinsky, Girardi, Eysler, Fall, Zeller, Heuberger, Millöcker, Lehar, Kalmann hießen sie und gingen dort ein und aus. Sie prägten bis um 1930 das Geschehen auf den Bühnen und im Sperl.

Im Sperl ist und war der Besucher immer „Stammgast“ im besten Sinn des Wortes, der Tourist wird in diesen Prozess einbezogen und kommt wieder. Wien blieb Wien und das Sperl das Sperl. Nach dem 1. Weltkrieg brauchte sich dieses Kaffeehaus nicht in die neue Ära hinüberretten, es wurde von seinen Gästen hinübergetragen. Ohne Qualitäts- und Traditionsverlust durchlebte es die Zeit eines kleingewordenen Österreich, war weiterhin Stammlokal der Komponisten, Maler und Architekten, wurde 1935 unter den gutbürgerlichen Kaffeehäusern an die Spitze gesetzt.
Der Kaffee wurde etwas billiger, das rundherum sehr teuer.
Nach dem 2. Weltkrieg konnte man das Sperl durch seine Stammgäste, guten Beziehungen des Besitzers und Bewahrung seiner Tradition über diese Jahre hinüberretten und langsam wieder einen normalen Betrieb aufbauen.
Im Juni 1968 übernahm Manfred Staub das Kaffeehaus. Um nicht im Staub der Geschichte zu versinken, arbeitete er mit dem Bundesdenkmal-amt und Architekt Nairz einen Plan zur Restau-rierung der Räumlichkeiten aus, der wohl die Patina belassen sollte und dennoch die Bequemlichkeit, Hygiene und Ansprüche eines zeitgemäßen Lokals zu gewährleisten. Der eigentliche „Herr Sperl“ war ein alter Hase, Vater und Großvater waren bereits einschlägig tätig und der nunmehrige Chef im Sperl hatte vorher das Kaffee Mitterhauser geführt. Sein Unternehmer-geist war jedoch nicht nur darauf ausgerichtet Neues schaffen zu wollen, sondern er verband es auch mit jenem Hauch von Sentimentalität, die das Positive der Vergangenheit in die Gegenwart tragen will.
Heute sind die Literaten immer stärker vertreten und die Stammtischbesetzungen erweiterten sich. Filmaufnahmen erhöhten den Bekanntheitsgrad. Viele Neugierige kamen, schauten und blieben dann auch. In den Achzigerjahren war Jörg Mauthe bestrebt, Literatur ins Café zu tragen. Außer ihm lass Pavel Kohout, Peter Marginter, Peter Henisch, Gabriele Schuster, Kurt Sobotka und viele andere. Stars aus den Musicals des „Theaters an der Wien“ logieren im Sperl. Die berühmten Schriftsteller Robert Menasse und Michael Köhlmeier sind aus dem täglichen Bild des Sperls nicht mehr wegzudenken.

1880: Jakob Ronacher eröffnet das von Gross und Jelinek erbaute und eingerichtete spätere Kaffeehaus Sperl.
1880: Dezember – Das Café Ronacher wird vom Cafetier Sperl übernommen und behält dessen Namen bis heute.
1984: Adolf Kratochwilla übernimmt das Café Sperl. Es bleibt bis 1968 in Familienbesitz. Ausgangspunkt der „Sezessionisten“ (3. April 1897), Treffpunkt der Architekten, Maler und des Militärs.
1895: 1. Juni – Der „Siebenerclub“ als Stammtisch im Café Sperl gebildet; gründet mit anderen 1897 die Sezession.
1897: 22. Mai – Ausgehend von einer Gruppierung im Kaffee Sperl wird die Sezession gegründet (Engelhart, Mill, Kollo Moser, Olbrich u.a.) Grundsatz: Das Ausstellungswesen auf eine rein künstlerische, vom Marktcharakter freie Basis stellen. („Vereinigung bildender Künstler Österreichs Sezession“)
1929: Jänner bis Februar – Katastrophenwinter: die Kaffeehäuser einschliesslich Sperl schließen wochenweise wegen Unheizbarkeit und eingefrorenen Wasserleitungen.

1941: 25. März – Verdunklungsvorhänge laut Vorschrift werden im Sperl angebracht.

1942: 6. April – Kürzung der Lebensmittelrationen (35. Zuteilungsperiode); in Kaffeehäusern praktisch nur mehr Getränke bzw. Ersatzkaffee erhältlich.

1945: 1. September – Die Franzosen übernehmen den VI. Bezirk als Zone von Russen.

um 1950: Das „Espresso“ hält in Wien Einzug; durch wenig Aufwand und Personal billige Konsumentenpreise. Dadurch Konkurrenz für die traditionellen Cafés.

1968: 1. Juni – Manfred Staub übernimmt das Café Sperl. Die ehemaligen Besitzer wohnen weiterhin im Gebäude.

1979: Dezember – Der Mokka klein mit Obers kostet beim Sperl öS 11,-, Mocca groß ös 19,- und die Melange 16 Schilling.

1983: Grundlegende Restaurierung des Sperl im Sinne von Denkmalpflege und Erhaltung der in hundert Jahren gewachsenen Atmosphäre. U. a. auch Entfernung des auf den Original-Parkettboden verlegten Turnsaalbelages.

1983: Wien feiert das Jubiläum „300 Jahre Wiener Kaffeehaus“ traditionell mit dem Datum der Beendigung der 2. Türkenbelagerung.

1988: In Wien 530 Kaffeehäuser, 650 Kaffeerestaurants, 1060 Espressos, 250 Kaffeekonditoreien und 120 Stehkaffeeschenken.
Sperl wird bestes Café Österreichs von engl. Gastrokritiker Roy Ackerman.
Der englische Gastrokritiker Roy Ackerman erwählt unter 200 europäischen Kaffeehäusern das Sperl zum „Coffee of the Year“ 1998 of Austria.

1999: „Tafelspitz“ Bewertung (von Horowitz) im Ranking der Kaffeehäuser mit der höchsten Punkteanzahl 1. Stelle gereiht.