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Hermanns Wein-Vokabularium

Den Wein bezeichne ich nach Herkunft, Traubensorte, Beschaffenheit und Ausbau.

Herkunft: Land, Weinbaugebiet, Gemarkung, Weingartenlage.

Traubensorte beispielsweise: Riesling, Silvaner, Merlot, Spätburgunder, Zierfandler, Müller-Thurgau, Neuburger usw.

Beschaffenheit:

Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete: trocken angereichert.

Kabinett: Weine wie sie gewachsen sind.

Spätlese: Weine aus Trauben, welche nach Beendigung der allgemeinen Lese in vollreifem Zustand geerntet wurden.

Wein

Auslese: Weine von ausgelesenen überreifen Trauben.

Beerenauslese: Wenn überreife, von Edelfäule befallene Beeren ausgelesen wurden.

Trockenbeerenauslese: Wenn durch Edelfäule rosinenartig eingeschrumpfte Beeren einzeln gelesen wurden.

Eiswein: Wird aus Trauen gewonnen, deren Zuckergehalt bei wenigstens 6° Grad Kälte durch ausfrierendes Wasser wesentlich vermehrt wurde.

Ausbau: Erzeugerabfüllung sind Weine, welche im Keller des Erzeugers auf Flaschen gefüllt wurden.

Zur Beurteilung der Weine steht uns eine phantasievolle und blumenreiche Sprache zur Verfügung, die sich unterteilt in:

Beurteilung nach Farbe: blass oder hell, wenn der Wein nur wenig Farbe ausweist, lichtgrün, für beliebige Farbe der Thermenregion Weine.

Beurteilung nach Klarheit:

Blank: wenn ohne jede Trübung;

Flackerhell: für besonders leuchtende Farbe;

Trüb: bei leichtem Schleier bei nicht blanken Weinen.

Beurteilung nach Alter:

Jugendfrisch für Jungweine;
Frisch für jungen Wein in guter Entwicklung;
Gereift, leichte Firne für bereits über dem Höhepunkt der Entwicklung;
Reif, firn für zu lange gelagert, die schönen Eigenschaften sind verloren.

Beurteilung nach Geruch:

Weinig bei ausgesprochenem Geruch nach Alkohol;
Blumig und duftig, ein Wein mit viel Bukett;
Würzig, ein Duft voller Kraft und Ausdruck.

Beurteilung nach dem Geschmack:

Reintönig für sauber schmeckende Weine mit schöner Art;
Erdig, für Weine mit eigenem Bodengeschmack (darum küsst der Papst die Erde);
Fruchtig, für blumig, duftige Weine;
Mild und weich, für Weine mit wenig Säure;
Feurig brandig, für Weine mit höherem Alkoholgrad mit voller Kraft;
Kräftig rund, Weine mit höheren Gehalt an Alkohol und Extrastoffen;
Wuchtig, dick, plump, Weine mit sehr hohem Gehalt an Alkohol und Extrastoffen doch ohne feine Art;
Zart, artig, lieblich glatt, elegant, für leichtere milde Weine mit feiner Art;
Geschmeidig, üppig, fett für volle runde Weine;
Edel, für fruchtige, würzige, saftig-süße Weine feinster Art höchst mögliches Prädikat für seltene Spitzengewächse.

Ganz groß:

Herb, trocken, rassig, stahlig, spritzig für durchgegorene saubere Weine;
Bitter, spitz, grün für Weine aus unausgereiften Trauben mit hervorstechender Säure;
Kurz, dünn, schal, leer, alkohol- und extraktarme, magere Weine.